Vorgeschichte
Die Wandmalerei „die wandernde Fassadengestalt“ in der Christianstrasse in Neumünster stellt das erste Fassadenprojekt für den Künstler und Vereinsgründer Philipp Röhe Hansen Schlichting dar. Zu diesem Zeitpunkt war der heute freischaffende Künstler noch selbst Student in der Malereiklasse von Prof. Antje Majewski an der Muthesius Kunsthochschule Kiel und nahm an dem Projekt „Vorschläge für eine bunte Stadt“ teil, bei dem auch andere Studierende Fassadenflächen im Vicelinviertel gestaltet haben.

Philipp Röhe Hansen Schlichting (links) und Christoph Weiss, die beiden Vereinsgründer bei der Eröffnungsfeier des ersten gemeinsamen Projektes im August 2018
Philipp Röhe Hansen Schlichting (links) und Christoph Weiss, die beiden Vereinsgründer bei der Eröffnungsfeier des ersten gemeinsamen Projektes im August 2018

Bei diesem Projekt wurden wertvolle Erfahrungen gesammelt. Kunst im öffentlichen Raum erwies sich als besonders barrierefreies Format der Kunstvermittlung sowie der konkreten Lebensweltgestaltung mit einfachen Mitteln und weithin sichtbaren Resultaten. Hinzu kam das nachhaltige Interesse an verschiedenen kulturellen Formaten von Christoph Weiß, der aus der Kieler Galerieszene vor allem für seine langjährige Leitung des Kunstraums B bekannt ist. Bei einem gemeinsamen Gespräch entstand die Idee, an die Erfahrungen aus dem ersten Fassadenprojekt anzuknüpfen und daraus ein weiterführendes und tragfähiges Konzept zu entwickeln.

Polychrom
Der Vereinsname Polychrom leitet sich von dem Wort Polychromie ab, was „Vielfarbigkeit“ heißt. Er bezeichnet ganz allgemein Gestaltungen in Malerei und Architektur, die mehrfarbig angelegt und ausgeführt sind. Monochromie, bei der nur mit einer Farbe gearbeitet wird, ist das Gegenteil von Polychromie. Es ist also in erster Linie ein Bekenntnis zur Farbe und seiner lebensbejahenden Ausdruckskraft.

Im vertieften ästhetischen Diskurs kann man diese programmatische Setzung somit auch als Statement zum klassischen Polychromiestreit im 19. Jahrhundert ansehen, in dem es um die archäologische Perspektive und Rekonstruktion des Bildes von der griechischen Antike ging. Das bis heute vorherrschende Bild von „marmorweißen“ und „reinen“ antiken Skulpturen und Architekturen finden wir in allen Antikensammlungen der Welt. Inzwischen ist aber an archäologischen Befunden eindeutig nachgewiesen, dass die Skulpturen großteils vielfarbig (polychrom) bemalt waren.

Der Vereinsname ist Programm
Der Name ist ganz in diesem erweiterten Sinne also Programm des Vereins. Es geht in erster Linie darum, den öffentlichen Raum mit künstlerischen Gestaltungen zu beleben und eine abwechslungsreiche und farbige Vereinsgeschichte im öffentlichen Raum zu manifestieren.

Als primäres Tätigkeitsfeld fokussieren wir uns dabei auf die Fassadengestaltung und die Umsetzung großflächiger Wandmalereien. Das langfristige Ziel des Vereins ist es, verschiedene Künstler*innen einzuladen, um gemeinsam Projekte an verschiedenen Objekten und Orten zu realisieren. So soll der öffentliche Raum nachhaltig auf und umgewertet, neue Aufmerksamkeit generieret und gestalterische Potentiale aufgezeigt werden.  

Als Netzwerk- und Ansprechpartner vor Ort bemüht sich der Verein um Flächenakquise, Fördermittel und vor allem die Bereitstellung der technischen Mittel (Malergerüst, Farben usw.) zur Realisierung großflächiger Fassadenprojekte. Zudem arbeiten wir zur technischen Qualitätssicherung für die Aufarbeitung der Fassaden mit Malermeister*innen vor Ort zusammen.

Wir danken allen Projektpartner und Förderern herzlich für die weitreichende Unterstützung und das Zustandekommen dieses Vereinsprojektes und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.

Kulturbüro Neumünster
Stadt Neumünster
Verein zur Förderung der Kunst in Neumünster
Kulturförderung des Landes SH
Sparkasse Holstein

Malermeisterin Simone Speck
Malermeister Wolfgang Leis